ORANIENPARK-TURNIER Jörg Born gewinnt gemeinsam mit
„Ersatzpartner“ Jean Rossí
Morgens im sonnigen Oranienpark: überall auf den Spielfeldern
vor der Orchestermuschel klacken die Schüsse der Tireure
(Schießer), die sich mit ihren Pointeuren (Legern) einspielen. Die
Uhr zeigt kurz nach zehn, der Einschreibeschluss für das beliebte
Oranienparkturnier ist schon um eine Viertelstunde überschritten.
Doch der Computer ist der Fälle von Anmeldungen kurz vor
Meldeschluss nicht gewachsen, die letzten Anmeldezettel der 84
Teams werden gerade eingegeben - und so gibt es noch eine
spontane Entscheidung: Jörg Born (BC Tromm), dreifacher
deutscher Meister und 2007 bereits im Turnierfinale, zeigt an,
dass sein Spielpartner auf der Autobahn wegen einer Panne
festsitzt. Schnell ist man sich bei der Tunrnierleitung einig, dem
Hessen einen Spielpartner aus dem heimischen Serviceteam
anzubieten. Born akzeptiert sofort. Und so schafft es die Doublette
Nr. 85, Jörg Born gemeinsam mit Jean Rossí vom Pétanque-Club
(PC) Bad Kreuznach, nach fpnf Spielen ohne Niederlage bis ins
Finale.
Das allein war schon ein sportlicher Erfolg für den ruhigen
Allroundspieler aus Odernheim am Glan, der sonst im
Bezirksligateam des PC spielt. Doch es kam noch besser für den
ausrichtenden Verein. Auch die „Lokalmatadore“ Bernd Lahm und
Mario País kämpften sich mit Glück und Können bis ins Endspiel
vor. Eine kleine Sensation bei dem wieder einmal mit
Spitzenspielern gespickten Teilnehmerfeld: darunter allein fünf
Deutsche Meister.
Aber das Image dieses Turniers lebt von der reizvollen Mischung,
bei der auch ein Anfänger Respekt und Freundlichkeit erwarten
darf.
Dass die 85 Zweierteams nach dem wetterbedingt etwas
kleineren Spielerfeld vom Vorjahr erneut einen Teilnahmerekord
bedeuten, freute den Veranstalter, der alle Spielflächen im Park
optimal präpariert und markiert hatte.
Und so entwickelten sich auf den Gehwegen im Barockgarten, wo
die Rosen seit ein paar Tagen aufgeblüht waren, am alten
Wasserturm und vor der Orchestermuschel spannende Spiele.
Nach 210 Spielen stehen drei Kreuznacher im Endspiel
Kreuznacher ins Endspiel geschafft hatten.
Die meisten der 170 Boulespieler bildeten unter der alten
Rotbuche eine eindrucksvolle Kulisse für das Finale Lahm/País
gegen Born/Rossí - doch nach gutem Beginn verflachte die Partie
zusehends. Die beiden Leger hatten in den stundenlangen Partien
offenbar ihre Konzentration verloren und agierten nur selten mit
der nötigen Präzision. So mussten die Schießer oft als Ersatzleger
ran, und wenn es doch einmal eine Spitzenkugel wegzuschießen
galt, dann war die Trefferquote von Born meist höher als die von
País. Erst am Schluss gelangen dem sympathischen Portugiesen
ein paar spektakuläre Treffer, aber da war es schon zu spät. Jörg
Born war als Leger und als Schießer die dominierende
Persönlichkeit in einem eher niveauarmen Finale






